Business-Backstage-Report von Förster & Kreuz

Jeden Monat knapp 20.000 Leser und jeden Monat erfolgreiche Querdenkideen und Konzepte, mit denen Sie systematisch neue Märkte erobern und Ihren Wettbewerb ausmanövrieren können.

Ausgabe 49
Januar/Februar 2006



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Wir kommen gerade von einer ausgedehnten Reise aus dem Südwesten der USA zurück. Dabei dufte ein kurzer Stopp in Las Vegas nicht fehlen. Wir lieben die Glitzermetropole in der Wüste Nevadas, in der schon lange keine Güter mehr, sondern ausschließlich gigantische Erlebnisse produziert werden. Dazu gehören auch die allabendlichen Shows des Cirque du Soleil, jenes Unternehmen, das von ein paar kanadischen Hippies gegründet wurde und das in der Folge die Unterhaltungsbranche revolutionierte.

Es ist sicherlich kein Zufall, dass sein Chef Daniel Lamarre behauptet: "Ein typischer Bürotag von mir beginnt damit, dass ich mir die Frage stelle: Was werde ich heute anpacken, was eigentlich unmöglich zu sein scheint?"

Wow! Zu viele Leute, die wir kennen, beginnen Ihren Arbeitstag mit der Frage "Was muss ich heute nicht anpacken, was eigentlich nötig wäre bzw. wann ist endlich wieder Wochenende?"

Viel Spaß beim Lesen!
Anja Förster & Peter Kreuz









Traditionelle Grenzen des Wettbewerbs sprengen und dem typischen Kopf-an-Kopf-Wettbewerb entkommen. Wie das geht? Entwickeln Sie revolutionäre neue Leistungsangebote, die in Ihrer Branche so noch nicht existieren und erobern Sie damit vollkommen neue Kundensegmente. (mehr)


Querdenk-Praxis: Cirque Du Soleil

Der wohl bekannteste kanadische Kulturexport startete 1984 als Gruppe von Feuerschluckern im kanadischen Quebec und ist heute eine globale Entertainment-Maschine mit einem Umsatz von 600 Mio. Dollar. Und das in einer rezessionsgeplagten Branche, in der alle über sinkende Nachfrage und hohe Preissensitivität der Zuschauer jammern.



Der Cirque du Soleil hat den Begriff "Zirkus" neu definiert. Um das Angebot zu beschreiben, taugt der Genrebegriff eben so wenig als würde man die Rolling Stones als flotte Tanzkapelle kategorisieren. Durch eine Kombination aus Tanz, Theater und Akrobatik entstand ein ganz neues Geschäftsmodell, mit dem ein erwachsenes und zahlungsfreudiges Publikum angesprochen wird. Vorbildliches Out-Of-The-Box Denken!

Der eigentliche Coup des Unternehmens lautet Multiplikation. Jede Show wird von mehreren Ensembles gleichzeitig einstudiert, die anschließend auf Tournee gehen. Für die Rekrutierung der Ensembles reisen zwanzig Castingagenten permanent um die Welt. Da gehören dann olympische Goldmedaillengewinner wie der aserbaidschanische Bogenschütze aus der Show "O" genauso dazu, wie das Schlangenmädchen aus dem indischen Bauernzirkus. Aber trotz einer perfekten Ausbildung verlangt der Cirque vor allem Ausdruck und Spontaneität. Wer nicht unabhängig denken kann, fliegt raus, statt durch die Lüfte.


Die direkte Folge der weltweiten Multiplikation der Shows:
Eine globale Marke entsteht (laut Interbrand auf Platz 22 und damit bekannter als Disney) und gleichzeitig sinken die Kosten.



Dennoch geht Einfallsreichtum vor Profit, denn 70 % der Einnahmen (!) fließen wieder in neue Projekte. Daniel Lamarre, President des Cirque: "Unsere Marke bedeutet Kreativität, und das dürfen wir nicht vernachlässigen."

Und so lassen sich die Zuschauer in Tourneezelten und ausverkauften Dauerarrangements in Las Vegas oder Tokio in emotionale Traumwelten entführen und blättern dafür gerne bis zu 150 Euros hin.

Querdenk-Chance

Dem Cirque du Soleil ist es gelungen, Zuschauer, die der antiquierten Zirkusbranche davonliefen, wieder zu verzaubern. Das Rezept: Reizüberflutung in Perfektion, die mit jedem Hollywoodfilm mithalten kann.

"Wir lieben das Risiko. Es ist ein Teil von uns. Jedes Mal, wenn wir in eine angenehme Phase kommen, versuchen wir etwas Neues." so Präsident Lamarre. "Bequemes Zurücklehnen kann in unserer Branche sehr, sehr gefährlich sein."

Man muss sich selbst ständig neu erfinden, um nicht eines Tages in den Wettbewerb mit Nachahmern treten zu müssen. Das erfordert Mut und Out-Of-The-Box-Denken!

Quellen und weiterführende Informationen
>Cirque Du Soleil Homepage
>Mehr Beispiele zu "Out-Of-The-Box"
>Verwandte Querdenkansätze:
Customer-Discovery; Produkt-DNA
>Weitere Beispiele in unserem Bestseller "Different Thinking!"







Produkt-DNA - Statt das Alte zu perfektionieren, verfolgen Business-Querdenker einen anderen Weg: Etablierte Produktkonzepte werden schonungslos hinterfragt. Das Vorgehen: Scheuklappen ablegen und ungeschriebene Branchengesetze hinterfragen. Das Ergebnis: vollkommen neue Spielräume und raus aus dem Preis-Wettbewerb (mehr).

Querdenk-Praxis: GEOX

Was tun gegen Schweißfüße? Viele gut gemeinte Ratschläge (Semmelbrösel in den Socken, Baby-Puder, Barfuss laufen) helfen da auch nur kurzfristig und nicht immer sehr zuverlässig.

Das ist genau eine riesige Chance, dachte sich Mario Polegato, ein italienischer Weinbauer und selbst Betroffener. Seine Lösung: Er bohrte eines heißen Tages Löcher in seine Schuhsohle und kreierte einen Schuh, aus dessen Sohle Dampf ausströmt wie aus einem Bügeleisen. Doch seine Innovation stieß auf taube Ohren: Etablierte Anbieter im Markt wie Nike oder Puma waren an seiner Erfindung nicht interessiert. Also versuchte es der Tüftler alleine und gründete Geox.



Entgegen allen Erwartungen schaffte Polegato den Durchbruch auf einem extrem schweren und wettbewerbsintensiven Markt. Und ist heute, nur 9 Jahre nach der Gründung, größter Fabrikant im Schuhparadies Italien, und weltweit auf Platz 4!



Der Umsatz des hochprofitablen Unternehmens betrug 2004 etwa 350 Mio. Euro, der Reingewinn 50 Mio. Euro. Und das Wachstum bis zu sagenhaften 40 %.


Querdenk-Chance

Das Alleinstellungsmerkmal der Membransohle hätte für diesen Bilderbucherfolg nicht ausgereicht. Geox investiert stark in Forschung und Marketing, und entspricht so dem Wunsch nach funktioneller Fußbekleidung mit gutem Design.

Das "Prinzip Geox", nach außen offen und umgekehrt dicht, lässt sich auch auf das Unternehmen übertragen: Geox expandiert weltweit, während sich die Konkurrenz gegenseitig auf den Füßen steht.

Quellen und weiterführende Informationen
>Homepage von GEOX
>Hundeschuhe gibt es wirklich...
>Mehr Beispiele zu "Produkt-DNA"
>Weitere Beispiele in unserem Bestseller "Different Thinking"



Tourkalender von Anja Förster & Peter Kreuz





Mit dem Status Quo zufrieden geben. Niemals! Und das gilt auch für die Frage: Wer sind eigentlich unsere Kunden? Richten Sie den Blick über die existierende Nachfrage hinaus. Eine riesige neue Zielgruppe wartet darauf, von Ihnen erschlossen zu werden: Kunden, die bisher gar nicht die Produkte oder Dienstleistungen Ihrer Branche gekauft haben! (mehr).


Querdenk-Praxis: Hipp

Hipp – der Name steht für Babybrei aus Gläsern. Sofort kommen idyllische Bilder in den Sinn, die aber angesichts der Realität verblassen: Sinkende Geburtenraten, schrumpfender Markt für Babynahrung, fallende Umsätze – bei starker Konkurrenz durch Milupa oder Alete.

Was also tun, wenn einem die Kunden ausgehen? Man suche sich einfach neue!



Jedes vierte Gläschen Hipp löffeln inzwischen Erwachsene aus, so eine Studie. Es lag also nahe, diese Zielgruppe (genauer: Ernährungsbewusste Frauen um die 30) anzusprechen. Hipp tat das sehr vorsichtig mit anfangs unverändertem Sortiment ("ab dem 4. Monat" kann ja fürs 4. Lebensjahrzehnt nicht schaden). Als sich der Erfolg abzeichnete, traute man sich, innovative Neukreationen abseits der Standard-Babykost anzubieten.

Die Herausforderung bestand nun darin, offensiv für die "Hipp-Fruchtpause", die Cerealien oder das Müsli "Hippness Crisp" zu werben, ohne den Kernmarkt zu vernachlässigen. Denn die Gleichung Hipp = Qualität sollte auch weiterhin gelten. Die neue Strategie trägt zwar erst 2% zum Umsatz von 240 Mio. Euro bei, wächst aber stark.


Querdenk-Chance

Hipp ist in zweifacher Hinsicht sehr mutig: In den 50er Jahren führte Hipp als ersten Unternehmen in Deutschland industriell gefertigten Babybrei ein. Ungefähr zeitgleich begann Georg Hipp mit dem Anbau von Obst und Gemüse auf naturbelassenen Böden und ohne Chemie. Heute ist Hipp der weltweit größte Verarbeiteter von organisch-biologischen Rohstoffen.

Aber man ruht sich auf diesem Differenzierungsmerkmal nicht aus, sondern ist mutig genug, auch auf neue Zielgruppen zu setzen: Customer-Discovery. Die Strategie der Markterweiterung ist erfolgreich – und kann als Vorbild für andere Unternehmen dienen, die schrumpfende Märkte bearbeiten.

Quellen und weiterführende Informationen
>Homepage von Hipp
>Financial Times: "Sturm im Baby-Glas"
>Mehr Beispiele zu "Customer-Discovery"
>Weitere Beispiele und Querdenkansätze in "Different Thinking"



Vorträge von Anja Förster & Peter Kreuz





Entdecken Sie riesiges Innovationspotenzial jenseits traditioneller Innovationen, indem Sie systematisch die gesamte Kunden-Erfahrungskette und den damit zusammenhängenden Nutzen - vom Kauf über den Gebrauch bis hin zur Entsorgung - nach Potenzialen für Neuerungen durchforsten (mehr).

Einige aktuelle Beispiele aus der Flugbranche:

Querdenk-Praxis: Sky Nannys bei Gulf Air

Das Jahr 2005 war das Jahr der "Super Nannys". Die RTL-Erziehungsserien "Super Nanny" und "Supermamas" sind absolute Quotenrenner. Das ist auch der Fluglinie Gulf Air nicht entgangen und so griff man diese Idee auf: Sky Nannys!

Sky Nannys sind Stewardessen mit pädagogischer Zusatzausbildung. Sie kümmern sich um Passagiere, die jünger als 12 Jahre sind. Die fliegenden Kindermädchen verteilen nicht nur Buntstifte, sondern beschäftigen sich intensiv mit den kleinen Quälgeistern – und verschaffen gestressten Eltern willkommene Verschnaufpausen!



Das ist nicht nur ein netter Service, sondern auch ein wirtschaftlicher Erfolg. Eltern, die mit ihren Kindern fliegen, entscheiden sich bewusst für Gulf Air -  nicht wegen des Preises, sondern wegen des einzigartigen Services.

Diese Offensive ist Teil eines dreijährigen Turnarounds, mit dem Gulf Air für internationales Aufsehen sorgte. Die Fluglinie, die am Persischen Golf beheimatet ist, heimste 2004 zahlreiche Auszeichnungen ein, u.a. in den Kategorien "Best Airline Middle East and North Africa" und "Best First Class Food".

Die Sky Nannys haben übrigens in der Kategorie "Best Product Launch" gewonnen. Das klingt ein wenig wie Lunch – und tatsächlich bekommen Kinder an Bord nur gesundes Essen und zahnfreundliche Snacks und Getränke.


Querdenk-Praxis:
Chauffeur-Service bei Emirates

Emirate Airlines hat erkannt, dass der Service für einen Airline Passagiers nicht erst dann beginnen muss, wenn dieser am Check-In-Schalter steht. Die Lösung: Allen Fluggästen der Business Class steht ein exklusiver und kostenloser Chauffeur Service zur Verfügung.

Ein persönlicher Chauffeur holt Sie im Umkreis von 40 Kilometern rund um die Flughäfen Frankfurt, München und Düsseldorf ab und bringt Sie kostenlos zum Airport. Von dort fliegen Sie mit Emirates zu über 80 Destinationen weltweit. Und nach der Rückkehr fährt Sie Ihr Chauffeur auch wieder nach Hause – oder ins Büro.


Querdenk-Praxis: Sleeper Service bei British Airways

Es ist schon nahe liegend, dass das Flugzeugessen während des Flugs gegessen wird. Dies entspricht eben der traditionellen Kunden-Erfahrungskette: Einchecken, Boarden, Fliegen, Unterhalten, Verpflegen, Aussteigen lassen und Tschüss.

British Airways hat diese traditionelle Kunden-Erfahrungskette durcheinander gewirbelt und bietet auf 16 Nachtflügen von Nordamerika und dem Mittleren Osten nach London-Heathrow einen vollkommen neuen Service an: den Sleeper Service.

Noch VOR dem Abflug essen die Passagiere ihr Abendessen in der Flughafen-Lounge. In der Regel haben Sie dabei die Auswahl zwischen mehreren Menüs. Zur weiteren Maximierung der Schlafenszeit an Bord wird bereits kurz nach dem Start das Licht in der Kabine gedimmt, Durchsagen und der Trolley-Service werden zugunsten einer beruhigten Kabinenumgebung auf ein Minimum reduziert. Ziemlich entspannt und ausgeschlafen kommen die Fluggäste dann in London an.



Dort warten noch weitere Annehmlichkeiten auf die Business Class Gäste der British Airways: In der Arrival-Lounge wird Ihnen ein herzhaftes Frühstück serviert, es gibt Büroeinrichtungen und Ruhezonen. Zudem können sich die Reisenden in einem eigenen Wellnessbereich, dem Molton Brown Travel Spa, erholen.


Querdenk-Chance

Die Beispiele zeigen, dass man nicht nur mit Preisdumping, sondern auch mit überzeugendem Service und Innovationen jenseits der traditionellen Kunden-Erfahrungskette Kunden ansprechen und für sich gewinnen kann. Die Tatsache, dass die Sky Nannys gebucht werden, obwohl die Eltern der Kinder auch mitfliegen, spricht für sich!

Quellen und weiterführende Informationen
>Homepage der Sky Nannies
>Homepage Emirates Chauffeur Service
>Homepage Sleeper Service British Airways
>Mehr Beispiele zu "Value Innovation"
>Verwandte Querdenkansätze:
5-Star-Service
>Weitere Beispiele in unserem Bestseller "Different Thinking!"




Bestseller von Anja Förster & Peter Kreuz: ALLES, AUSSER GEWÖHNLICH und DIFFERENT THINKING





Saug-Schlappen

Staubsauger, das sind doch diese lästigen Dinger, die man mühsam hinter sich her ziehen muss und deren Kabel nie lang genug sind. Sie erinnern sich?



Das ändert sich jetzt: Hausfrau oder Hausmann von heute saugen dank Electrolux Saugschlappen laufend – und zwar im wahrsten Sinn des Wortes. Reinschlüpfen und einfach durch die Wohnung tigern. Beim aufräumen, telefonieren, wobei auch immer. In die Sohle integrierte Miniturbinen erledigen die Drecksarbeit.

Diese queergedachten Staubfänger gibt es noch nicht zu kaufen. Sie haben es aber immerhin schon ins Finale des "designlab", einem weltweiten Wettbewerb des schwedischen Elektroherstellers Elektrolux geschafft...











Die Business-Querdenker und Financial Times Bestsellerautoren Anja Förster und Dr. Peter Kreuz gehören zu einer neuen Generation von Wirtschaftsvordenkern: Leidenschaftlich unkonventionell kämpfen sie für die Befreiung aus Denkschablonen, das Ablegen von Scheuklappen und das Verlassen ausgetretener Pfade.

            
     

Ihr Labor für Business Querdenken ist die weltweit einzige Organisation, die auf allen fünf Kontinenten nach unkonventionellen und erfolgreichen Geschäftskonzepten forscht und nach den Menschen, die dahinter stehen.

Zu ihren Kunden zählen die Führungsetagen von Bayer, BMW, SAP, Siemens und weiterer namhafter Unternehmen.

Wenn Sie Förster & Kreuz buchen möchten, kontaktieren Sie Petra Steurer:
Tel. +41 (0)71 7446522;


Mehr Infos gibt's hier:
>Förster & Kreuz: In Vorträgen
       >Förster & Kreuz: In Büchern
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Verantwortlich für den Inhalt: FÖRSTER & KREUZ GmbH
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