Business-Backstage-Report von Förster & Kreuz

Jeden Monat knapp 20.000 Leser und jeden Monat erfolgreiche Querdenkideen und Konzepte, mit denen Sie systematisch neue Märkte erobern und Ihren Wettbewerb ausmanövrieren können.

Ausgabe 60
Januar 2007



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Tock, tock, tock, tock... so geht es Tag und Nacht vor unserem Hotelfenster in der südindischen Hafenstadt Chennai. Ein Fundament wird gelegt - für ein neues Bürogebäude. Die Deutsche Bank ist schon da, BMW, Ford, Hewlett Packard und IBM ebenso. Hier im südindischen Bundesstaat Tamil Nadu ist das Wirtschaftswunder Indien für uns mit beiden Händen zu greifen. 

Was passiert da vor unserem Hotelfenster in der 10. Etage? Nicht viel: Lediglich ein wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Wandel in einem Ausmaß und einer Geschwindigkeit, die uns vorübergehend schlaflos macht - und das liegt nicht nur am ohrenbetäubenden Lärmpegel vor unserem Fenster...

Es ist eine Wirtschaftsexplosion, in der die Erfolgsfaktoren der Vergangenheit, schon lange nicht mehr gelten. Tüchtig sein genügt nicht mehr. Fleißig und pünktlich sein – schön, aber nicht mehr ausreichend. Ehrlich, gewissenhaft und bescheiden sein – fantastisch (wenn es denn so wäre), aber nicht mehr genug.

Dann müssen wir eben besser werden. Besser, besser, besser! Doch egal wie häufig Sie mit glasigen Augen dieses Mantra wiederholen – auch das führt nicht mehr zum Erfolg. Besser ist Standard, die Eintrittskarte, die Erlaubnis zum Mitspielen mit Ländern wie Indien oder China.  

Worum es aber wirklich geht: außergewöhnlich zu sein. E-I-N-Z-I-G-A-R-T-I-G. Wie das funktioniert? Dazu mehr in den nachfolgenden Beiträgen!

Mit außergewöhnlichen Grüßen!
Anja Förster & Peter Kreuz









Business Querdenker – bewegen etwas. Oftmals gegen Widerstände, gegen professionelle Schwarzmaler, institutionalisierte Bedenkenträger und scheinbar unverrückbare ökonomische und gesellschaftliche Wahrheiten. Und sie sind stur: Sie glauben an ihre Idee und setzen sie durch. Ihr Credo: Das Unmögliche ist oft auch das Unversuchte.

Martin Tesch - Winzer


Die Idylle könnte perfekter nicht sein: Das Weingut Tesch liegt in Langenlonsheim an der Nahe, malerisch gelegen inmitten von Weinbergen an den südlichen Ausläufern des Hunsrück. Hier liegt auch die Wirkungsstätte des Mannes, der sich zum Ziel gesetzt hat, die deutsche Weinszene zu revolutionieren.



Revolution beginnt mit der Kettensäge:

Laut Martin Tesch dürfe es sein Weingut "eigentlich nicht mehr geben". Im Zuge einer radikalen Umgestaltung des traditionellen, aber maroden Familienweingutes hat er die Anzahl der Rebsorten von 40 auf 11 reduziert und damit 40% seiner Stammkundschaft vergrault. So könne er sich besser auf seinen "Kompetenzbereich" konzentrieren, für den der Familienname Tesch seit 1723 steht: Riesling.

Revolution braucht Farben:
Der promovierte Mikrobiologe versteht sich aufs Marketing: Er nennt seine Weine "Serious Riesling" oder "Riesling Unplugged" um klarzumachen, dass er weder etwas beipanscht, noch etwas wegnimmt. Dazu kommen die speziellen Lagen-Weine: Diese werden zwar identisch produziert, ihr Geschmack ist aber durch die Böden unterschiedlich geprägt. Tesch nennt sie schlicht "Sonne" oder "Sandstein" und hält die Etiketten in knalligem gelb oder in warmem rotbraun. Denn "Farben versteht jeder".


Revolution braucht keine Korken:

Eine echte Herausforderung war es, seine Kunden von den Vorteilen modernster Drehverschlüsse gegenüber den Unabwägbarkeiten von Naturkork zu überzeugen. Mit der Postkarten-Kampagne "Tesch dreht auf" erzielte er die gewünschte Wirkung: "Kork hat frei" meldet eine der Karten, deren Motiv überzeugt: 2 Liegestühle am Sandstrand. Den Korkenzieher kann man also getrost zu Hause lassen. Laut Tesch schraubt man ihn besser als Kleiderhaken an die Wand: "Schöner wohnen, besser trinken".

Revolution braucht ausgezeichnetes Design:
Es kommt selten vor, dass sich ein renommierter Design-Preis in den Hunsrück verirrt. Aber Martin Tesch zählt (ebenfalls wie Gorenje, siehe unten) zu den Preisträgern des "red dot award" – als erstes Weingut weltweit! Denn die Weinflaschen, Etiketten und sogar die Geschäftspost unterliegen einem strengen Design-Regiment.



Trockener Riesling, den keiner will:

Derzeit ist 98% des deutschen Exportweines tendenziell süß, da trockener Wein im Ausland angeblich nicht gefragt ist. Tesch beweist das Gegenteil und versendet seinen Wein in alle Welt, von Tokio über Moskau bis L.A.


Querdenk-Chance


"Man kann den Leuten viel mehr zumuten", so Dr. Martin Tesch. Er gilt zurecht als einer der mutigsten Modernisierer der deutschen Weinszene, weil er mit Traditionen und Branchenregeln bricht und dafür hohe Risken eingeht: Immerhin vergraulte er 40% der Kunden, für die Veränderung ein Fremdwort war! Gerade wegen seiner ungewöhnlichen Herangehensweise ist der Weinbauer aber erfolgreich – und hat neue Märkte erschlossen!

Quellen und weiterführende Informationen
>Homepage Weingut Tesch
>Homepage Red Dot Award
>Modernisierer im Weinberg, Die Welt
>Mehr Querdenker im Buch: "Alles, außer gewöhnlich"






Statt das Alte immer weiter zu perfektionieren, verfolgen Business-Querdenker einen anderen Weg: Sie hinterfragen ungeschriebene Branchengesetze und brechen aus alten Mustern aus. Das Ergebnis: Die Erschließung neuer Wettbewerbs-Spielräume und ein Entkommen aus dem Preis-Wettbewerb (mehr).

Querdenk-Praxis: Crunch Pak

Der Apfel ist ein Massengut - da geht der Wettbewerb nur über den niedrigsten Preis. FALSCH! Dass es sehr wohl anders funktionieren kann, zeigt eine Gruppe von Obstbauern aus dem US-Bundesstaat Washington. Sie haben den Apfel neu erfunden: Unter dem Namen "Crunch Pak" verkaufen sie geschnittene und abgepackte Apfelstückchen als Snack für unterwegs.

Die Erkenntnis, die zur Gründung Crunch Pak LLC führte: Äpfel sind lecker und gesund, haben aber keine "Snackability". Also kein Produkt, welches man im Vorbeigehen für zwischendurch kauft. Eher greift man zum Schokoriegel, den man bequem auspacken kann und nicht abwaschen muss!



Im Jahr 2000 begann man daher mit der Produktion, genauer gesagt dem Kleinschneiden von Äpfeln. Innerhalb von 5 Jahren hat sich das amerikanische Unternehmen einen Riesenmarkt erschlossen, der auf bis zu 1 Milliarde Dollar geschätzt wird – und rasant wächst: Schon 3 mal musste Crunch Pak in neue Produktionsanlagen umziehen, um die Nachfrage decken zu können.

Und so schaut die Produkt-DNA aus: Man hat die Wahl zwischen roter und grüner Sorte, geschnitten oder gewürfelt, Einzel- oder Großhandelsmenge, im wieder verschließbarem Plastikbecher oder Beutel und aus herkömmlichem oder ökologischem Anbau. Wesentlicher Faktor für die Kaufentscheidung ist die ansprechende Präsentation, so die Überzeugung von Tony Freytag von Crunch Pak: In Amerika sei allein durch die Verpackung von frischen Lebensmitteln der Konsum seit den 90er Jahren um 30% gestiegen.



Damit die Äpfel im Supermarktregal auch frisch und "crunchy" sind, werden sie mit einer mineralischen Glasur haltbar gemacht. Der natürliche Konservierungsstoff ist reich an Kalzium und Vitamin C, womit man speziell Kinder und deren Eltern ansprechen will. Crunch Pak hält zudem ein Zertifikat, welches das Schnittobst als "koscher" deklariert.


Querdenk-Chance

Crunch Pak zeigt, dass es keine Ausreden gibt: "Wir verkaufen doch nur Äpfel" -  "Na und!". "Wir verkaufen doch nur Hygienepapiere" - "Dann macht doch etwas draus!". "Wir verkaufen nur Baustoffe" - "Dann nehmt Euch doch ein Beispiel an den Crunch Paks!". Geht nicht - gibt's nicht. Gerade scheinbar ausgereizte langweilige Produkte in konservativen Branchen bieten oft die größten Ansatzpunkte für eine gelungene Produkt-DNA. Worauf warten Sie noch :-)

Quellen und weiterführende Informationen
>Homepage Crunchpak
>Kids' Health Food, BusinessWeek
>Mehr Beispiele zu "Produkt-DNA"
>Mehr Querdenkbeispiele in "Different Thinking"

>Mehr Querdenker im Buch: "Alles, außer gewöhnlich"



Tourkalender von Anja Förster & Peter Kreuz





Mix It – beruht auf der Idee, Leistungsangebote auf völlig neue Art zu kombinieren. Und es gilt: je ungewöhnlicher die Kombinationen, desto einzigartiger das Ergebnis!  (mehr).

Querdenk-Praxis: Kühlschrank zu verschenken

Die Küche als zentraler Wohnraum erlebt eine Renaissance. In der sonst großzügigen Villa, die Thomas Mann 1913 in München bauen ließ, war sie stiefmütterlich im Keller untergebracht. Und in den 30er Jahren als "Frankfurter Küche Normaltyp" sogar auf enge 6 m² gepfercht – samt Hausfrau. In Wohnungen modernen Zuschnitts avanciert sie wieder zum Lebensmittelpunkt.

Jamie Oliver oder Tim Mälzer sind zweifelsohne Wegbereiter dieser Entwicklung, indem sie in telegenen Fernsehküchen ein neues Savoir Vivre zelebrieren. Der Mensch versammelt sich wieder um die Feuerstelle (Sie kennen den Kücheneffekt bei langweiligen Partys?) und spätestens seit dem Kochshow-Hype ist die Küchenzeile endgültig zum Statussymbol mutiert. Zwar werden Haushalte immer kleiner, Esstische und Pfefferstreuer aber immer länger und Kühlschranke vermutlich bald begehbar...



Gorenje treibt diesen Trend auf die Spitze: 3.500 edle Swarovski-Kristalle prangen auf einem Kühlschrank für 1.845 Euro. Der slowenische Weißwarenhersteller wirbt exzentrisch: "Der Traum aller Frauen. Außer, dass er mehr Juwelen hat." Nun, Energieeffizienzklasse A+ hat das Ding auch.

Damit schaffte es das Gorenje-Swarovski-Schmuckstück in eines der 72 "Christmas Royale 07"-Schaufenster des exklusiven Londoner Kaufhauses Harrods. Aber auch wenn Weihnachen schon vorbei ist – warum im neuen Jahr nicht mal einen Kühlschrank verschenken? Schmuck und gekühlten Champagner inklusive.



Dank dieser ungewöhnlichen Verbindungen gewinnt Gorenje nicht nur Auszeichnungen wie den renommierten "red dot design award", sondern auch Marktanteile: Das Traditionsunternehmen aus Slowenien ist auf Expansionskurs und zählt bereits zu den "G8" in Europa!


Querdenk-Chance

Renate Künast beschwert sich darüber, dass die Deutschen die billigsten Lebensmittel in den teuersten Küchen zubereiten. Und laut dem "Complete Kitchen Living"“-Report von Ikea nutzt nur ein Viertel der Befragten die Küche ausschließlich zum Kochen.

Weil also in modernen Wohnküchen auch gearbeitet und gelebt wird, gelten für das Interieur die gleichen Ansprüche wie an ein Wohnzimmer. Gorenje hat diesen Trend erkannt und die Meßlatte hoch gelegt. Denn gleichgültig, ob ein Markt gesättigt ist oder wächst – glamouröse Ideen schaden nie! Und eine clevere Mix-It Strategie kann der Schlüssel zum Erfolg sein.

Quellen und weiterführende Informationen
>Homepage Goronje crystallized with Swarovski
>Homepage Goronje
>Homepage Swarovski
>Mehr Beispiele zu "Mix-IT"

>Weitere Beispiele und Querdenkansätze in "Different Thinking"



Vorträge von Anja Förster & Peter Kreuz






Design-Matters: Unternehmen wie Apple, Sony oder BMW haben es längst erkannt: Design ist nicht der letzte Arbeitsschritt, der sich auf das Verschönern von Produkten beschränkt, sondern ein fundamentales Wertversprechen. Deshalb ist es höchste Zeit, darüber nachzudenken, wie wir Design als Differenzierungsfaktor nutzen können (mehr).

Querdenk-Praxis: Dogs – Hochglanzmagazin über Hunde

Gruner+Jahr, hat kurz vor Weihnachten "Dogs", das erste "Hochglanzmagazin für Hunde" herausgebracht. Hunde & Hochglanz? Klingt skurril – aber wer sich genauer in der Tierecke umschaut, dem blicken auf unzähligen Billigblättern verdutzt-putzige Wollknäuel stereotyp entgegen:
"Wuff - Das Hundemagazin", "Hunde Welt", "Das deutsche Hundemagazin", "Der Hund", "Partner Hund", "Hunde Revue" oder "Der bunte Hund für Kinder in den besten Jahren". Und wer Glück hat, findet auch das Schweizer Magazin "Mein Hund - natürlich gesund" mit Tipps zur homöopathischen Behandlung von Hunden.



"Dogs" ragt aus dieser austauschbaren Hundeblätter-Masse heraus. Durch seine Aufmachung könnte "Dogs" problemlos bei den Architektur- oder Designzeitschriften stehen. Ganz so abwegig ist das nicht: Dogs-Macher Thomas Niederste-Werbeck ist gleichzeitig auch Chefredakteur bei "Decoration".



Das Magazin kommt alle zwei Monate für 3,90 Euro in die Regale. Dass sie dort nicht verstauben, weiß der Bertelsmann-Konzern, zu denen auch G+J zählt, zu verhindern: "Vox" sendet "Top Dog – Deutschland sucht den Superhund" und der "Stern" wirbt ebenfalls großzügig für "Dogs".

Die erste Ausgabe hat es literarisch in sich: Elke Heidenreich, Thomas Manns Tochter Elisabeth Borgese und Allzweckwaffe Iris Berben schreiben über die emotionale Bindung zwischen Frauchen und Hund: "Er möchte mir sagen, die Literatur, die du so gern hast, Iris, ist mir nicht fremd." Das hat Format – und erinnert an unseren ehemaligen Bundespräsidenten Johannes Rau, ebenfalls ein Herrchen des Wortes: "Mein Hund ist als Hund eine Katastrophe, aber als Mensch unersetzlich!"


Querdenk-Chance

"Zehn Millionen Deutsche leben mit einem Hund", so der Chefredakteur von Dogs. Wenn nur 1% dieser Zielgruppe sich für das Hochglanzheft entscheidet, ist man bei G+J zufrieden.

Die Idee, ein muffiges Tierheftchen mit coolem Design upzugraden, finden wir mutig und clever! Und: Dogs kann man ungeniert auf dem Couchtisch liegen lassen, wenn mal Besuch da ist...

Quellen und weiterführende Informationen
>Homepage "Dogs"
>Mehr Beispiele zu "Design Matters"
>Weitere Beispiele und Querdenkansätze in "Different Thinking"



Bestseller von Anja Förster & Peter Kreuz: ALLES, AUSSER GEWÖHNLICH und DIFFERENT THINKING





"Was heißt Presswurst auf Englisch?" Mit diesem provokanten Kommentar hatte es TV-Komiker Oliver Pocher einst auf Mariah Carey abgesehen. Das war zwar nicht charmant – aber es gibt sicherlich Menschen mit weniger Selbstbewusstsein als die ans Blitzlicht gewöhnte Popdiva.

Und für diejenigen, die bei jedem Schnappschuss unzufrieden mit ihrer Figur sind, rückt Hewlett-Packard nun Herstellern von Diätkost sprichwörtlich auf die Pelle.


Nach dem Motto "Was nicht passt, wird passend gemacht" kann die neue Generation Digitalkameras per "Slimming Function" unvorteilhafte Pfunde verschwinden lassen! Laut HP hat man dadurch etwa 10 Pfund weniger auf der Waage – natürlich nur optisch. Ein aufwändiger Algorithmus lässt den Hintergrund dabei in etwa gleich. Um persönliche Kränkungen zu vermeiden, empfehlen wir allenfalls dezenten Gebrauch dieser Funktion...











Die Business-Querdenker und Financial Times Bestsellerautoren Anja Förster und Dr. Peter Kreuz gehören zu einer neuen Generation von Wirtschaftsvordenkern: Leidenschaftlich unkonventionell kämpfen sie für die Befreiung aus Denkschablonen, das Ablegen von Scheuklappen und das Verlassen ausgetretener Pfade.

            
     

Ihr Labor für Business Querdenken ist die weltweit einzige Organisation, die auf allen fünf Kontinenten nach unkonventionellen und erfolgreichen Geschäftskonzepten forscht und nach den Menschen, die dahinter stehen.

Zu ihren Kunden zählen die Führungsetagen von Bayer, BMW, SAP, Siemens und weiterer namhafter Unternehmen.

Wenn Sie Förster & Kreuz buchen möchten, kontaktieren Sie Petra Steurer:
Tel. +41 (0)71 7446522;


Mehr Infos gibt's hier:
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www.weingut-tesch.de, www.crunchpak.com, www.gorenje.de, www.dogs-magazin.de, www.guj.de

Redaktion
Anja Förster, Moritz Jäger, Peter Kreuz
 

 
 Copyright © ANJA FÖRSTER & DR. PETER KREUZ