Business-Backstage-Report von Förster & Kreuz

Jeden Monat knapp 20.000 Leser und jeden Monat erfolgreiche Querdenkideen und Konzepte, mit denen Sie systematisch neue Märkte erobern und Ihren Wettbewerb ausmanövrieren können.

Ausgabe 62
März 2007



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"Nur net aufregen, morgen ist auch wieder ein Tag. Und wenn wir uns aufregen, dann nur über lächerliche Kleinigkeiten, großen Ereignissen stehn' wir eh ohnmächtig gegenüber." So oder so ähnlich lässt sich die Gemütslage des Wieners beschreiben. Darum haben auch einige Millionen fehlinvestierter Steuergelder nie die Resonanz, die der Hund von Frau Svoboda hat, wenn er wieder auf das Stiegengeländer pinkelt.
Nach sechs Jahren Wien kam uns diese Haltung sehr vertraut vor. Also: Wien und Veränderung - zwei Welten, die nicht zusammenpassen? Mitnichten!

In der Donaumetropole tut sich was. Ein Banker, der eine Bank für Pleitiers gründet, ein Apotheker, der die Apotheke gerade neu erfindet. Dies und mehr lesen sie im aktuellen Beratungsletter.

Mit außergewöhnlichen Grüßen!
Anja Förster & Peter Kreuz









Design-Matters: Unternehmen wie Apple, Sony oder BMW haben es längst erkannt: Design ist nicht der letzte Arbeitsschritt, der sich auf das Verschönern von Produkten beschränkt, sondern ein fundamentales Wertversprechen. Deshalb ist es höchste Zeit, darüber nachzudenken, wie Design zum zentralen Bestandteil dessen werden kann, was ein Unternehmen tut und wofür es steht (mehr).

Querdenk-Praxis: 5,0 Original Bier und sonst nix

Über solche Innovationen freuen sich Querdenkerherz und -leber: Eine neue Biersorte, die sich auf dem extrem hart umkämpften Markt durchsetzen kann, weil sie gut schmeckt und gut aussieht! Der Carlsberg-Holsten-Brauerei ist mit einem Bier unter dem Label 5,0 Original eine kleine Revolution gelungen!



"5,0 Original" wird von der Feldschlösschen-Brauerei in Braunschweig abgefüllt und ist ein Pils mit sehr gutem Geschmack (wurde von uns im schonungslosen Selbstversuch getestet). Offiziell ausgezeichnet wurde allerdings nicht der Geschmack, sondern das Design, für das es den renommierten Red Dot Award in der Kategorie "Communication Design" gab. "5,0 Original" kommt äußerst minimalistisch und unprätentiös auf den Tisch: Das Label ist schlicht und einfarbig, die Typographie weiß und reduziert.



Auch will die Marke bewusst kein Fernsehbier sein: Hoher Marketingaufwand und teure TV-Werbung gibt es nicht. Dieser Verzicht schlägt sich in einem für den Biertrinker erfreulich günstigen Preis nieder – nach dem Motto: "Bezahlen Sie weniger für ein gutes Bier ohne Schnickschnack".


Querdenk-Chance

Mit einem klaren, schnörkellosen Design ist es der Carlsberg-Brauerei gelungen, "5,0 Original" kultverdächtig im Bierregal zu positionieren. Ein schönes Beispiel, das zeigt, dass Design nicht zwangsläufig "bunter, mehr und teurer" bedeuten muss.

Und die folgenden Branchenregeln können Sie ab jetzt getrost hinunterspülen: Biermarken brauchen zur Imagebildung weder Etiketten aus Glanzgoldpapier, noch teure TV-Kampagnen, die idyllische Seenlandschaften, Semperoper oder echte Männerfreundschaft hochleben lassen. Keep it real! Ein Prosit der neuen Sachlichkeit.

Quellen und weiterführende Informationen
>Homepage 5,0 Original

>Red Dot Award zu 5,0 Original
>Mehr Beispiele zu "Design-Matters"
>Mehr Beispiele und Querdenkansätze in "Different Thinking"







Value Innovation – Entdecken Sie Innovationspotenzial jenseits eng gefasster Produktinnovationen, indem Sie systematisch die gesamte Kunden-Erfahrungskette und den damit zusammenhängenden Nutzen - vom Kauf über den Gebrauch bis hin zur Entsorgung - nach Potenzialen für Neuerungen durchforsten (mehr).

Querdenk-Praxis: Orica – Zündende Ideen

Seit 130 räumt Orica Limited kleinere und größere Probleme aus dem Weg. Das Unternehmen kann zwar keine Berge versetzen, aber sprengen. Die Anfänge der Firmengeschichte liegen in den australischen Goldminen. Dort beschleunigten Felssprengungen die Goldsuche - und Orica legte die Lunten. Heute ist das Unternehmen mit 14.000 Mitarbeitern in 50 Ländern der Welt aktiv.



Eine so lange Firmengeschichte ist selten frei von Erschütterungen – auch nicht, wenn sie zum Tagesgeschäft gehören: In den 90er Jahren wurde der Wettbewerb durch Dumpingpreise aggressiv. Die meisten Kunden von Orica sind Steinbrüche oder Förderminen und gespart wurde als erstes bei der Qualität des Sprengstoffes.

Doch anstatt der Billigkonkurrenz nachzugeben, suchte das Traditionsunternehmen nach Innovationen, um dem ruinösen Wettbewerb zu entkommen. Heute verkauft Orica nicht mehr einfach nur Sprengstoff zum Kilopreis, sondern "broken rock", also die Menge abgesprengten Gesteins. Rund 20 Parameter (z.B. Gesteinsdichte und -form, chemische Zusammensetzung des Sprengstoffs, Wetter, etc.) bestimmen das Ergebnis einer Sprengung. Orica sammelte diese Daten und baute seine Preisfindung darauf auf. Heute kann das Unternehmen für jede Sprengung den geeigneten Sprengstoff und dessen richtigen Einsatz schon im Voraus bestimmen und weiß exakt, wie viel förderbares Gestein produziert wird. Dank dieser Neupositionierung sind die Geröllheimer heute Marktführer mit guten Margen.





Querdenk-Chance

Als unverzichtbarer Allrounder integrierte sich Orica sehr geschickt in die Wertschöpfungskette seiner Kunden, und zwar weit tiefschürfender als branchenüblich. Für diese wiederum bedeutete der Rückzug aus wenig lukrativen Teilgeschäftsfeldern eine erhebliche Kostenersparnis durch die Umschichtung von fixen auf variable Kosten.

Verkaufen Sie noch Produkte - oder sind Sie schon Lösungsanbieter? Value Innovation bedeutet, den Fokus auf die komplette Wertschöpfungskette und die damit verbundenen  Lösungen für die Kunden zu richten. Oder anders ausgedrückt: "Die Leute wollen Toast, keinen Toaster!"

Quellen und weiterführende Informationen
>Homepage Orica Mining Services
>Niraj Dawar: "Deriving Value from Customer Relations" in Financial Times
>Julia Leendertse: "Alles neu" in Wirtschaftswoche
>Mehr Beispiele zu "Value Innovation"

>Noch mehr Beispiele und Querdenkansätze in "Different Thinking"



Tourkalender von Anja Förster & Peter Kreuz





Mix It – beruht auf der Idee, Leistungsangebote auf völlig neue Art zu kombinieren. Und es gilt: je ungewöhnlicher die Kombinationen, desto einzigartiger das Ergebnis! 
(mehr).

Querdenk-Praxis: Saint Charles Apotheke – Heilung, nicht heilig

"Österreichs kompetenteste und lebendigste Apotheke" zu sein, haben sich der Apotheker Alexander Ehrmann und der Betriebswirt Martin Rohla auf die Fahnen geschrieben. Mit großer Freude haben Sie dem erzkonservativen Geist der seit 1886 bestehenden "Apotheke zur Heiligen Dreifaltigkeit" Beine gemacht. Heute heißt sie Saint Charles Apotheke und ist eine der genialsten Apotheken, die wir kennen. Zu
besichtigen im Wiener Bezirk "Mariahilf".



Apotheke + Restaurant = Alimentary

Hier kann man sich in der Apotheke "gesund essen". Nur gesunde Lebensmittel nach heilungsfördernder Rezeptur kommen auf den Tisch. Im Repertoire: Rettichsorbet, Kefir und Kren ("Meerrettich" für unsere Freunde aus dem Norden) oder Reh, Semmelknödel und Rotkrautmarmelade. Zur Obsternte und Wildjagd ist übrigens jeder eingeladen!




Apotheke + Kosmetik = Apothecary
Hier mixt Kosmetikprofi Daniel Matt, der auch schon als Designer für Vivienne Westwood gearbeitet hat, die hauseigene Pflegeserie "Saint Cosmetics". Erstmalig in Österreich bekommt man hier das komplette Sortiment an Naturkosmetika wie "Ren", "Korres" oder "The Organic Pharmacy".



Apotheke + Erholung = Refugium am Semmering:

Ein idyllisch gelegener Bauernhof aus dem 18. Jahrhundert in Prigglitz ist zum Rückzugs- und Erholungsort umgestaltet worden und dient als garten Eden. Kräuter, Pilze und Pflanzen von dort werden zu hauseigenen Produkten weiterverarbeitet. Mit Fachleuten der Universität für Bodenkultur Wien sind zudem Musteranpflanzungen für historische Heilpflanzen geplant.



Apotheke + Pferde = Saint Horses
Die Apotheker sind nicht zu stoppen – und jetzt gehen ihnen auch noch die Pferde durch: In Kooperation mit Tierärzten, Pferdetrainern und Hufschmieden entwickeln sie natürliche Heilprodukte und Tinkturen für Pferde.

Ach ja, was die Preise betrifft - von günstig über leistbar bis hin zu sauteuer ist bei Saint Charles alles erhältlich.


Querdenk-Chance

Das ist die Zukunft. Der Mix-It-Ansatz der Saint Charles Apotheke ist wegweisend für die gesamte Branche, die sich bis auf Ausnahmen (siehe Beratungsletter Nr. 55) immer noch gegen grundlegende Veränderungen wehrt. Dass die Versandapotheke "Doc Morris" erst nach endlosen Gerichtsverfahren eine Dependance im Saarland eröffnen durfte, spricht Bände.

Nicht, dass wir uns missverstehen: Dies ist keine Aufforderung, sofort ein Restaurant in Ihr Business zu integrieren. Aber sicherlich können auch Sie Ihren Kunden mehr bieten als nur Branchenstandard. Maria hilf!

Quellen und weiterführende Informationen
>Homepage Saint Charles Apotheke
>Mehr Beispiele zu "Mix-It"
>Mehr Beispiele und Querdenkansätze in "Different Thinking"



Vorträge von Anja Förster & Peter Kreuz






Business Querdenker – bewegen etwas. Oftmals gegen Widerstände, gegen professionelle Schwarzmaler, institutionalisierte Bedenkenträger und scheinbar unverrückbare ökonomische und gesellschaftliche Wahrheiten. Und sie sind stur: Sie glauben an ihre Idee und setzen sie durch. Ihr Credo: Das Unmögliche ist oft auch das Unversuchte (mehr).

Andreas Treichl – Zweite Chance dank Erste Bank


Kann ja passieren: Das Schicksal spielt einem übel mit und plötzlich ist man arbeitslos und bis über beide Ohren verschuldet. Die Kreditlinie wird permanent überstrapaziert – und damit die Geduld der Banken. Erst wird man als Schuldner auf die schwarze Liste gesetzt und schließlich vor die Tür.

Dann fangen die Probleme erst richtig an: Wer kein Konto mehr hat, steigt sozial viel schneller ab. Auch Personalleute werden bei fehlender Bankverbindung misstrauisch, denn "Lohntüten" bzw. "Gehaltssackerl" existieren nur noch als Redewendung. Und wie bitteschön soll man monatliche Rechnungen für Miete, Gas oder Strom bezahlen – etwa in bar? Das interessierte auch Andreas Treichl, Chef der "Erste Bank der oesterreichischen Sparkassen AG". Der 54-Jährige gilt als Querdenker und erfolgreichster Banker Österreichs.



Er gründete Ende 2006 die "Zweite Wiener Vereins-Sparcasse". Ziel dieser europaweit einzigartigen "Bank für Menschen ohne Bank" ist es, ihren Kunden eine aktive Teilnahme am gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben zu sichern, ihre Selbstverantwortung zu stärken und neue Sicherheit im Umgang mit Geld zu vermitteln.

Und das bietet Treichl seinen Nachbarn in Not: Ein Girokonto, gebührenfrei, nicht überziehbar und auf drei Jahre angelegt. "Denn die Zweite Sparcasse soll keine Dauerlösung sein, sondern die Basis für eine spätere geregelte Bankbeziehung schaffen", so die Vorstandsvorsitzende Evelyn Hayden. Sie ist eine von 170 ehrenamtlichen Mitarbeitern und Ruheständlern der Erste Bank, die in ihrer Freizeit bei diesem Projekt mitarbeiten. "Wir nehmen uns Zeit für die Beratung unserer Kunden und versuchen, sie aus ihrer finanziellen und oft auch psychischen Notsituation gemeinsam mit unseren Partnern heraus zu begleiten." Die Partner sind Caritas und Schuldnerberatung. Dieser Ansatz kommt bei den Kunden an: Die Beratungstermine sind auf Wochen ausgebucht.


Querdenk-Chance


Österreich erzielt mit 17.531 Euro das zweithöchste Pro-Kopf-Einkommen der EU. Zugleich sind etwa 100.000 Haushalte verschuldet und rund 40.000 Menschen lassen sich ihr Arbeitslosengeld in bar auszahlen. Diese Masse ist eigentlich schwer zu ignorieren – und doch wird sie als Kundengruppe abgelehnt oder ist längst aufgegeben worden.

Die Zweite Wiener Vereins-Sparcasse ist die erste, die in diesen Menschen Potential sieht. Denn unter ihnen befinden sich viele Pechvögel und Pleitiers, die unverhofft Insolvenz anmelden mussten und nun eine zweite Chance erhalten, aus eigener Kraft wieder auf die Beine zu kommen. Und als künftige Kunden könnten sie dann wieder für die Erste Bank interessant werden.

Quellen und weiterführende Informationen
>Homepage "Zweite Wiener Vereins-Sparcasse"
>Homepage "Erste Bank der oesterreichischen Sparkassen"
>Wolfgang Simonitsch: "Ein Herz für Pleitiers", Süddeutsche Zeitung
>Vorträge zum Business-Querdenken

>Mehr Beispiele von "Querdenkern"
>Mehr Querdenker im Buch: "Alles, außer gewöhnlich"



Bestseller von Anja Förster & Peter Kreuz: ALLES, AUSSER GEWÖHNLICH und DIFFERENT THINKING





Hier sind die Debatten um gesättigte Fettsäuren und Cholesterin ebenso effektiv wie ein Verbot des Nasebohrens! Der Heart Attack Grill in unserer ehemaligen Wahlheimat in Tempe, Arizona schockt seit kurzem mit Double-, Triple- oder Quadruple-"Bypass"-Burgern: Das Rezept von Heart Attack: Viel Fleisch zwischen den Brötchenhälften und den knappen Outfits der Kellnerinnen, die im Krankenschwestern- oder Politessen-Outfit servieren.
 


Salat und überhaupt Gesundes gibt es nicht – dafür Zigaretten. Und wer, dem Herzinfarkt nahe, das Schlachtfeld nicht mehr aufrecht verlassen kann, den schiebt der charmante Rollstuhlservice bis ans Lenkrad von seinem, äh, Spritschlucker. Falls Sie also mal in der Gegend sein sollten – Vergessen Sie den Grand Canyon. This is America!











Die Business-Querdenker und Financial Times Bestsellerautoren Anja Förster und Dr. Peter Kreuz gehören zu einer neuen Generation von Wirtschaftsvordenkern: Leidenschaftlich unkonventionell kämpfen sie für die Befreiung aus Denkschablonen, das Ablegen von Scheuklappen und das Verlassen ausgetretener Pfade.

            
     

Ihr Labor für Business Querdenken ist die weltweit einzige Organisation, die auf allen fünf Kontinenten nach unkonventionellen und erfolgreichen Geschäftskonzepten forscht und nach den Menschen, die dahinter stehen.

Zu ihren Kunden zählen die Führungsetagen von Bayer, BMW, SAP, Siemens und weiterer namhafter Unternehmen.

Wenn Sie Förster & Kreuz buchen möchten, kontaktieren Sie Petra Steurer:
Tel. +41 (0)71 7446522;


Mehr Infos gibt's hier:
>Förster & Kreuz: In Vorträgen
       >Förster & Kreuz: In Büchern
>Förster & Kreuz: In Person          
 >Querdenk-Labor
>Querdenk-Cast

 


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Verantwortlich für den Inhalt: FÖRSTER & KREUZ GmbH
Geschäftsführer: Anja Förster, Dr. Peter Kreuz
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Redaktion
Anja Förster, Moritz Jäger, Peter Kreuz
 

 
 Copyright © ANJA FÖRSTER & DR. PETER KREUZ