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Ausgabe 85
Februar 2009



Die Welt von
Förster & Kreuz

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Das geht ja mal gar nicht! Mitte Januar lesen wir ein deutsches Wirtschaftsmagazin und meinen, im Ekel-Camp auf Dschungel-TV gelandet zu sein. Da wird unter der Überschrift „Tipps, wie Sie sich auf die Jobkrise vorbereiten“ allen Ernstes das SCHLEIMEN empfohlen. Die Begründung: Schleimer seien zwar zugegebenermaßen „etwas eklig“, doch eine Studie zweier US-Unis beweise, dass Schmeichelei beim Chef den Job sichere.

Lassen Sie uns hier mal was richtig stellen. Erstens sind Schleimer nicht ETWAS eklig, sondern das ALLERLETZTE. Zweitens sind Schleimerei, Anbiederei, Duckmäusertum, Buckeln, Schönreden, Taschetragen definitiv KEINE Erfolgsrezepte. Ebenso wenig ist Angst ein guter Ratgeber, denn die Angst davor, was in drei oder in sechs Monaten sein wird, verhindert, dass man jetzt gut ist. Statt sich ängstlich zu verbiegen, gilt es gerade jetzt, alles, außer gewöhnlich zu sein.

Drittens: Wer sagt denn, dass der Job, den Sie heute machen, der beste ist, den Sie jemals haben werden? Statt über die „Jobkrise“ zu stöhnen, sollten wir uns lieber fragen: Was wollen wir morgen tun? Was wollen wir anders und besser machen als heute?

„Keiner von uns ist ein Opfer der Umstände“, steht in unserem Manifest. Und: „Jeder von uns hat die Wahl, seine Talente zu entdecken und etwas daraus zu machen.“ Daran glauben wir.

Gegen Schleim gibt’s übrigens was in der Apotheke.

Unangepasste Grüße

Anja Förster und Peter Kreuz

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Backstage Talk: Malcolm Gladwell

Wir haben Malcolm Gladwell in Frankfurt getroffen, wo er sein neues Buch Überflieger vorgestellt hat. Der Autor der beiden weltweiten Bestseller Tipping Point und BLINK! sagt über sich selbst, dass er nie einfach nur auf der faulen Haut liegt, da seine Arbeit ihm enorm viel Spaß macht.

Vielleicht erklärt diese Einstellung auch, warum Malcolm Gladwell an diesem Abend zwar sehr müde aussah (er kam gerade mit mehreren Stunden Verspätung aus Paris), aber dennoch voller Energie steckte.

Das Interview finden Sie hier...

 

 

Backstage: Vineet Nayar

Das hatten sich einige so schön ausgerechnet: Wenn die Globalisierung schon unvermeidlich ist, dann wenigsten mit klarer Rollenverteilung. Will heißen: Im Osten werden die langweiligen Jobs gemacht. Im Westen finden die Innovationen statt. Im Osten wird gelocht und geheftet und werden Anrufer vertröstet. Im Westen wird am Schluss die Sahne abgeschöpft. Im Osten sind die fleißigen Hände zu Hause. Im Westen wohnen die schlauen Köpfe.

Zu dumm: Dieses Modell der klaren Rollenverteilung landet gerade auf dem Friedhof der Illusionen. Wer Beweise möchte, braucht sich nur mit dem indischen Manager Vineet Nayar zu unterhalten. Zugegeben, die Firma HCL, dessen CEO Vineet ist, sagte uns bisher genauso wenig wie wahrscheinlich Ihnen. Aber als wir Ende letzten Jahres in London ein Seminar mit Marshall Goldsmith besuchten, machte uns der Executive Coach und Bestsellerautor auf das indische IT-Unternehmen und dessen Chef Vineet Nayar aufmerksam. Und was wir dann herausgefunden haben, hat uns wirklich schwer beeindruckt!


Quelle: www.hcltech.com

Nayar denkt gerade über die Neuerfindung des Managements für das 21. Jahrhundert nach. Seine Überzeugung: Veränderung beginnt immer beim Chef. Nayar hat bei HCL schon einige radikale Ideen umgesetzt, bei denen einem schier die Spucke wegbleibt. Beispiel Mitarbeiterbeurteilung. Ein alter Hut? Nayar hat den Spieß einfach ungedreht: Bei HCL beurteilen die Mitarbeiter ihre Chefs. Und das nicht nur regelmäßig, sondern auch öffentlich. So können alle Mitarbeiter sehen, dass das Zeitmanagement des Chefs in den Augen seiner Mitarbeiter mit 3,6 von 5 Punkten kein Ruhmesblatt ist. So was spornt an, als erstes an sich selbst zu arbeiten.

Nayar investiert außerdem rund sieben Stunden pro Woche, um auf einem für alle einsehbaren Online-Forum Fragen der Mitarbeiter zu beantworten. Wissen teilen mal nicht als Absichtserklärung, sondern als gelebte tägliche Praxis.

Eine andere Lieblingsidee des indischen Managers besteht darin, dass jeder Mitarbeiter Beschwerden – sei es über eine ausgefallene Klimaanlage oder über zu wenig Gehalt (!) – genauso per E-Mail abschicken kann wie jeder externe Kunde. Die Besonderheit: Nur der betroffene Mitarbeiter kann den Beschwerdevorgang schließen. Das macht Druck. Nayar ist überzeugt: Mitarbeiter stehen an erster Stelle. Aber anders als so viele andere vertritt er diese Position auch selbstbewusst gegenüber Kunden.
 


Quelle: www.hcltech.com

Mutig, konsequent und selbstbewusst. Vineet Nayar ist ein Innovator aus einem Land, an das in unseren Breiten nach wie vor die wenigsten denken, wenn es um die Revolutionierung des Managements geht. Das dürfte sich bald ändern. Längst haben wir einen globalen Markt für Innovationen. Das nächste Führungskonzept mit weltweitem Einfluss kommt vielleicht aus Singapur. Oder Mexiko. Oder Indien. Übrigens hat Nayar auch eine Haltung zum Thema Schleimen: „Bei uns ist es der Manager, der versucht, bei seinen Mitarbeitern gut angeschrieben zu sein ...“

Inhaltsstoffe

In unserem Business Space Center haben wir folgende Inhaltsstoffe von HCL Technologies ermittelt:
60% Management Innovation
40% Querdenker

LINKTIPPS

» Homepage von HCL Technologies Ltd
» Vineet’s Blog
» BUSINESS-WEEK: The Employee Is Always Right
» Interview mit Vineet auf Youtube

 

 

 

Backstage: Shimano

Kleine Testfrage: Wissen Sie, wer der Hersteller Ihres Fahrrads ist, mit dem Sie bald im Frühjahr wieder durch die Sonne radeln wollen? Falls nein, dürften Sie zur Mehrheit gehören. Denn Marken sind bei Fahrrädern eher nicht so wichtig, zumindest im Vergleich mit Autos, Skiern oder Erfrischungsgetränken. Wenn wir jetzt aber fragen, wer mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die Schaltung Ihres Fahrrads hergestellt hat, denken Sie vielleicht kurz nach und sagen dann – Shimano! Na, klar.

Auch wir haben es bei unseren Fahrrädern überprüft: Alle haben Komponenten von Shimano. Keine Überraschung bei einem Marktanteil von über 80 Prozent. Uns hat interessiert, wie Shimano diese Marktdurchdringung erreichen konnte und sind dabei auf ein paar sehr aufschlussreiche Zusammenhänge gestoßen.
 


Quelle: http://cycle.shimano-eu.com/

Noch vor 25 Jahren waren Teileproduzenten für Fahrräder im Prinzip völlig austauschbar: Bremsen, Pedale, Naben, Schaltungen stammten von Wem-auch-immer. Doch Firmengründer Shozaburo Shimano hatte schon im Gründungsjahr 1921 erklärt: „Ich will, dass Shimano-Produkte die besten in Japan und schließlich die besten auf der ganzen Welt sind.“ Der Durchbruch gelang Jahrzehnte später durch die Erfindung des Komponentensystems. Und darin liegt gleichzeitig der Schlüssel zum Quasi-Monopol.

Die fein abgestimmten Baugruppen brachten zunächst eine nie gekannte technische Perfektion mit sich. Nichts knirschte und knarzte mehr, da alles aus einer Hand kam. Gleichzeitig konnten fremde Teile auch nicht mehr ohne weiteres eingefügt werden. Damit war eine echte Marktzutrittsbarriere errichtet. Wer Shimano heute noch die Stirn bieten will, muss ebenfalls Komponenten anbieten, was eigentlich nur dem italienischen Hersteller Campagnolo einigermaßen überzeugend gelingt.


Quelle: http://cycle.shimano-eu.com

Die Lehre hieraus: Hersteller austauschbarer Einzelteile haben ebenso wenig eine Zukunft wie austauschbare Manager in den Chefetagen. Wer aber über den Weg der Synthese unterschiedliche Zutaten bündelt und daraus ein unvergleichliches Angebot macht, kann neue Märkte kreieren, erobern und beherrschen.

Inhaltsstoffe

In unserem Business Space Center haben wir folgende Inhaltsstoffe von Shimano ermittelt:
50% Synthese
40% Produkt-DNA
10% Value-Innovation

LINKTIPPS

» Homepage Shimano Europe
» Angela Köhler in Wirtschaftswoche: Shimano bricht alle Rekorde

 

 

Outtake: Need-a-problem

Finanzkrise, Nahostkrise, Formkrise bei Lukas Podolski, Ehekrise bei Jennifer Lopez und Marc Anthony – hat die Welt eigentlich nicht Probleme genug?
Nö. Der Beweis: www.needaproblem.com. Hier können Sie Probleme kaufen. Ja richtig, Sie kaufen sich das Problem – und nicht etwa die Lösung. Denn das wäre ja langweilig.


Quelle: www.needaproblem.com

„Triviale“ und „einfache Probleme“ schlagen mit einem bzw. fünf Euro zu Buche. Ein „normales“ Problem kostet immerhin schon 50 Euro und wer für 500 Euro ein „schwieriges“ Problem gelöst hat, kann gerne auch noch 5000 Euro für ein „fast unlösbares“ Problem hinblättern. Endlich mal einen echte Herausforderung! Dafür sollte er/sie vorsichtshalber schon mal die Koffer packen, um ans andere Ende der Welt zu reisen. Preiswertere Probleme zu lösen, kann hingegen bedeuten, mit irgendeiner S-Bahn bis zur Endhaltestelle zu fahren und dort zu Abend zu essen. Probieren Sie’s einfach mal aus. Dieses Problem bekommen Sie jetzt schon mal kostenlos von uns. Es ist gar nicht so einfach.

Es ist schon verrückt! Die einen jammern, dass ihre Probleme über ihnen zusammenschlagen und die anderen können offensichtlich nicht genug davon bekommen. Und wieder zeigt sich: Die Möglichkeiten, Geld zu verdienen, sind schier unbegrenzt.

LINKTIPPS

» Mehr kuriose Outtakes
» Homepage "Need a Problem"

 

 

Up to date: Förster & Kreuz

Was haben wir im Januar erlebt? Beim Alpensymposium hatten wir Gelegenheit, mit Hans Blix zu sprechen. Das Interview mit dem schwedischen Diplomaten und Vorkämpfer für Abrüstung lesen Sie in einer der nächsten Ausgaben des Business Backstage Reports. Ebenso werden wir in Kürze ein Interview mit Renée Mauborgne veröffentlichen, das wir mit ihr in Interlaken geführt haben. Mauborgne ist Professorin für Strategie an der INSEAD und Co-Autorin des Bestseller-Buchs "Der Blaue Ozean als Strategie".

Außerdem gibt es bald ein Video von unserem Besuch bei Dr. Gerd Wolfram, CEO der MGI Metro Group, der uns spannende Einsichten in den Metro Future Store gewährt hat.

In Paris haben wir in der vergangenen Woche Andreas Niedrig getroffen, einen Triathleten, der vor seiner sportlichen Karriere im Drogenmillieu versunken war und jahrelang mit seiner Heroinsucht kämpfte. Heute ist der Leistungssportler in die Spitzenklasse der internationalen Triathleten aufgestiegen. Ein wahrlich bewegtes Leben. Unser Interview mit ihm können Sie ebenfalls bald hier lesen.

Live und in Farbe können Sie uns in den kommenden Wochen beim Marketing-Club Rhein-Neckar in Mannheim, beim Schweizerischen Marketing-Tag in Luzern und beim Bildungsforum 2009 in Wien sehen. Wir freuen uns, Sie zu treffen!

Und noch eine Nachricht für alle, die ihre Zitatebüchlein noch nicht erhalten haben: Sie kommen! Wir sind von der riesigen Nachfrage überrascht worden und lassen gerade zum 3. Mal nachdrucken. Anfang nächster Woche gehen die restlichen Sendungen auf den Weg.
 





 

Förster & Kreuz

Förster & Kreuz sind Management-Vordenker einer neuen Generation. Leidenschaftlich, kämpferisch und erfrischend bringen sie Führungskräfte und ihre Teams dazu, sich aus Denkschablonen zu befreien, Scheuklappen abzulegen und ausgetretene Pfade zu verlassen.

Auf allen fünf Kontinenten fahnden die beiden Managementberater und Bestsellerautoren nach Unternehmen, die so unkonventionell wie erfolgreich sind. Nach Organisationen, denen sich die besten Talente und Kunden anschließen und nach Menschen, die dafür brennen, mit ihrer Arbeit einen echten Unterschied zu machen.


Zu ihren Kunden zählen die Führungsetagen von Bayer, BMW, Deutsche Bank, Gore, IBM, Mars, Porsche, Siemens und weiterer namhafter Unternehmen.

Wenn Sie Förster & Kreuz buchen möchten, kontaktieren Sie bitte ihre Agentin Petra Steurer: Telefon (Schweiz): 0041-71-7446522;

MEHR INFOs

» Förster & Kreuz: In Vorträgen
» Förster & Kreuz: In Person
» Screening-Room

» Förster & Kreuz: In Büchern
» Förster & Kreuz: Das Manifest
» Business-Space-Center

 


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