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Irgendwo zwischen Bäckerei und S-Bahn-Station
begegnen wir morgens beim Joggen regelmäßig Mr. Lustlos.
Dieser Typ schlurft jeden Tag um die gleiche Zeit mit schwarzer
Laptop-Tasche, hängenden Schultern und müdem Blick über die Straße,
um dann vom S-Bahn-Schacht verschluckt zu werden.
Das Verrückte ist: Er ist nicht allein. Es gibt Millionen solcher
Menschen. Eine ganze Armee, die jeden Tag im Zombie-Modus aus dem
Haus trottet, um einer Arbeit nachzugehen, die sie als mühselig und
freudlos empfindet.
Wir fragen uns: Was veranlasst Menschen, ein solches Schattendasein
zu fristen? Eine Antwort haben wir bei Dostojewski gefunden: "Wer
einen Gefangen vom Ausbrechen abhalten will, muss nur sicherstellen,
dass der gar nicht weiß, dass er sich in einem Gefängnis befindet."
So freudlos und monoton so ein Leben auch sein mag, Mr. Lustlos hat
seine Gründe für seine Entscheidung: Das Gefängnis gibt ein Gefühl
der Sicherheit. Sein Leben selbst in die Hand nehmen? Eine Arbeit
suchen, die ihm Spaß macht? Die ihm Energie gibt und Lebensfreude
schenkt? Das wäre ja auch anstrengend: Die Last der Verantwortung
... Das Risiko, Fehler zu machen ... Nein, auf dem Beifahrersitz des
Lebens ist es sicherer!
Aber nichts ist bedrückender, als einer geraden, vorgegebenen
Sicherheitslinie zu folgen. Darum geht es doch im Leben: zu
erkennen, dass die Wirklichkeit eine riskante Sache ist – und die
damit verbundenen Möglichkeiten zu nutzen.
Wir haben uns gegen die Sicherheitslinie entschieden. Sie auch?
Mit lustvollen Grüßen
Anja Förster & Peter Kreuz


Backstage Talk: Uwe Lübbermann

Uwe Lübbermann ist der Gründer von Premium-Cola, einer
Getränkemarke, die 2001 von enttäuschten Afri-Cola Trinkern
initiiert wurde. Premium-Cola ist alles, außer gewöhnlich: Die Marke
wird von einem Internet-Kollektiv nach dem Prinzip der
Konsensdemokratie gesteuert. Es gibt Anti-Mengenrabatte, feste
Umsatzanteile in die Alkoholismusvorsorge und ein freies
Premium-Betriebssystem. Die Idee: Der Welt zu zeigen, dass
Kapitalismus auch ohne Profitmaximierung und aggressives Marketing
funktionieren kann.
Wir haben uns mit Uwe Lübbermann in Berlin getroffen.
Hier geht's zum Interview
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Backstage: Little Miss Matched
Kennen Sie das auch? Man steckt ein Sockenpaar
zusammen mit der restlichen Wäsche in die Maschine, die treu ihren Dienst tut
und anschließend die Wäsche frisch gewaschen und vollzählig wieder ausspuckt,
bis auf – eine Socke. Einer der Sockenzwillinge ist im Bermuda-Dreieck
verschwunden, das einen Ausläufer in der Waschmaschine haben muss. Die arme
Socke ist für immer verschollen.

Drei Entrepreneure aus New York – Arielle Eckstut, Jason Dorf
und John Straw –, haben mit unternehmerischem Blick auf das bislang ungelöste
Sockenmysterium geschaut und daraus eine überaus clevere Geschäftsidee
entwickelt.
Um jungen Sockenträgern künftig die Wut und Trauer über diese
unvermeidlichen Verluste zu nehmen, gründeten die drei das Label Little Miss Matched: Sie verkaufen Socken nicht als Paar, sondern im Dreierpack.
Der eigentliche Clou der Geschäftsidee:
Keine einzige der
drei Socken gleicht der anderen.
Geniale Idee! Little Miss Matched ist bereits ein Trendlabel bei Mädchen um die
12 in den USA. Die Girls lieben es, damit Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.
"Wanna see my socks?", fragen sie ihre Kameradinnen im
Schulbus.
Wenn sie ihre Jeans hochkrempeln, guckt aus dem linken Hosenbein
Gekringeltes, aus dem rechten Gepunktetes raus. Und jeden Tag wird neu
kombiniert.

Kleidungsstücke für den individuellen Ausdruck und als
Gesprächsanlass – das kommt an!
Eckstut, Dorf und Staw haben 2003 begonnen, einzelne Socken im Dreierpack zu
verkaufen. Mittlerweile hat Little Miss Matched einen Umsatz von über 40
Millionen US-Dollar erreicht. Im Angebot stehen neuerdings auch Flip-Flops,
Bettwäsche und Socken für Männer und Frauen, die in mehr als 1000 Fachgeschäften
und 600 Einkaufszentren über den Ladentisch gereicht werden.
Warum ist Little Miss Matched eigentlich so erfolgreich? Nicht weil sie beste
Qualität oder unschlagbare Preise bieten. Das sind Basics. Sondern weil sie ein
Produkt wider den Mainstream verändert haben. Weil sie Dogmen gebrochen haben.
Weil sie ein vorwiegend funktionales Kleidungsstück zum
Identitätsträger erhoben und zum Diskussionsthema gemacht haben.
Little Miss Matched verkauft eigentlich keine Socken, sondern Gesprächsstoff für
Menschen.
Und dieser Bedarf ist riesig und genau darin besteht der Wert des Produkts.
Man könnte das Social Product Enhancement nennen, soziale Produkterweiterung.
Vielleicht eine Steilvorlage für die Weiterentwicklung Ihres Produkts?
Der Schlachtruf von Little Miss Matched:
Nothing matches and anything goes.

Backstage: Lufthansa
Über Aufsichtsräte schreiben wir hier eher selten, weil die
Protagonisten dieser Gremien oftmals einen allzu ähnlichen Stallgeruch haben:
Weiße deutsche Männer zwischen 40 und 60 Jahren, die sich schön bequem in den
Schaltzentralen der Macht eingerichtet haben.
Mit der ursprünglichen Idee des Aufsichtsrates hat das wenig gemein. Und es ist
auch fürchterlich uninteressant.
Was uns aber richtig beeindruckt: Jürgen Weber baut zurzeit den
Lufthansa-Aufsichtsrat auf besondere Weise um. Mit einer ganz neuen
Mitgliederkonstellation holt er sich echte Sparringspartner ins Boot. Menschen
mit ganz unterschiedlichem Background. Branchenfremde
mit neuem Blick und frischen Ideen, die etwas beizutragen haben.

Beispiele: Adidas-Chef Herbert Hainer soll helfen, die weltweite
Entwicklung der Marke Lufthansa voranzutreiben, Trumpf-Chefin Nicola
Leibinger-Kamm soll Mittelstandsgeist in den Konzern bringen. Und von Martin
Koehler, dem Geschäftsführer von Boston Consulting, der weltweite Erfahrung mit
Fusionen und Billigfliegern hat, verspricht man sich die wirklich kritischen
Fragen zum Luftverkehrsmarkt. Das Tüpfelchen auf dem i bei dieser Konstellation:
Die Ernannten sind mehr als nur Experten auf ihren jeweiligen Gebieten. Sie sind
zehn starke Persönlichkeiten. Top-Leute, die ihre Meinung
haben und die so schnell nicht von ihr abrücken werden. So ein Aufsichtsrat ist
unbequem!
Unserer Meinung nach hätte Lufthansa kaum klüger handeln können.
Wer sich
bewusst den Widerspruch ins Haus holt, der will wirklich weiterkommen. Wir sind
überzeugt, dass gerade harte Diskussionen und unangenehme, aber wichtige Fragen
ein so großes und damit wenig bewegliches Unternehmen wie die Lufthansa stärken
und agiler machen werden.
Sich eine Scheibe abschneiden von dieser Initiative der Lufthansa kann jeder von uns: Umgebe dich nicht nur mit Menschen, die dich toll finden!
Natürlich ist es viel leichter, sich mit Leuten zu beschäftigen, deren
Zustimmung man sicher in der Tasche hat – Kommunikation in der Komfortzone. Nur
weiterentwickeln wird man sich so nicht.

Frederick Smith, der Gründer und CEO von FedEx ist ein Kronzeuge für dieses
Prinzip. Er hat erkannt, welch großes Potenzial in persönlichen Kontakten liegt,
wenn es die richtigen sind. Er fragt jeden Gesprächspartner:
„Wer war der
interessanteste Mensch, dem du in den letzten Wochen begegnet bist? Und wie kann
ich den kennen lernen?“
So sammelt er systematisch Kontakte zu ungewöhnlichen
Menschen, die sein Denken herausfordern und ihn dadurch weiterbringen.
Wer es schafft, die vertrauten aber nichtssagenden Geschäftsessen abzusagen und
sich stattdessen mit Menschen umgibt, die anders sind als er selbst, wird davon
profitieren. Wer Reibung zulässt, den Kontrast sucht und es sich zur Grundhaltung macht, statt nach
Expertenwissen nach Persönlichkeiten zu suchen, der wird mit Sicherheit
gestärkt.
Und um sich so ein Umfeld zu schaffen, muss man nicht der
Chef von Lufthansa oder FedEx sein - noch nicht einmal Führungskraft!

Outtake: Pausenbrote,
Bürotassen und das Recht auf Eigentum
Selbstverständlich schließen Sie Ihr Haus ab, wenn Sie morgens aus
dem Haus gehen. Ebenso Ihr Auto, wenn Sie die Tür einschnappen lassen und ins
Büro gehen. Wie wollen Sie aber ein Pausenbrot abschließen, um es vor den
hungrigen Kollegen zu sichern? Oder Ihre Bürotasse, die merkwürdigerweise immer
weg ist, wenn Sie einen Kaffee holen wollen?
Privateigentum ist in Deutschland zwar per Grundgesetz, Artikel 14, Absatz 1,
geschützt, aber wenn es keine staatlichen Sanktionen gegen kleptomanische
Erscheinungen am Arbeitsplatz gibt, bleibt einem nichts anderes übrig als das
Staatsgewaltdefizit zu füllen und Selbstjustiz zu üben.
Dabei hilft zum
Beispiel die Schimmeltüte – eine total einfach anzuwendende und aufs Nötigste
reduzierte Sicherheitstechnologie, die kein Zubehör braucht und ganz ohne
schwere Schlösser und Ketten auskommt. Sie besteht lediglich aus einer
Plastiktüte mit der richtig ekligen, täuschend echten grünen, violetten oder
gelblich-grauen Schimmelfleckbemalung. Das funktioniert besser als das
öffentliche Draufspucken in Kombination mit dem Rufsignal „Meins!“

Auch für den Kampf gegen Tassendiebe gibt es eine neue Waffe: die Stöpsel-Tasse.
Wer durch das Bürogetriebe gezwungen wird, seine Tasse unbeobachtet dem
diebischen Kollegengesindel zu überlassen, zieht einfach den Stöpsel. Wer mag,
kann heimlich beobachten, wie die Bürodiebe sich die Hose mit Kaffee besudeln,
der aus dem unverstöpselten Loch fließt.
Dumm nur, wenn dem Eigentümer beim Anblick seiner schimmelbetüteten Stulle
selbst das Würgen kommt oder er vergisst, den Stöpsel wieder einzustöpseln,
bevor er die Tasse wieder seiner rechtmäßigen Bestimmung überführt ... Eins ist
sicher: Nichts ist sicher!

Up to date: Förster & Kreuz
Unser neues Buch NUR TOTE BLEIBEN LIEGEN steht in den Startlöchern:
Erscheinungstermin: Ab dem 13. September in allen guten
Buchhandlungen.
Vorbestellung: Schon jetzt bei
Amazon möglich.
Cover: Das neue Buchcover hat ein kräftiges Make-Over bekommen. Der
ursprüngliche Entwurf war alles, außer UNgewöhnlich.
Jetzt haben wir
ein neues Cover - und was für eins. Wir finden es richtig stark.
Hörbuch: Das haben wir im Juli eingesprochen. Es wird ein wunderschön
aufgearbeitetes Produkt für alle, die nicht lesen wollen.
Die Hörbuchausgabe ist eine gekürzte und redaktionell bearbeitete Version des
Buchs. Anders als bei den
"Vorgängern" teilen wir uns diesmal die Arbeit mit zwei Profi-Sprechern.
Ein paar
Fotos gibt es hier.
Das
Hörbuch erscheint zeitgleich mit der Printausgabe am 13.9. und ist jetzt schon
bei
Amazon vorbestellbar.
Videos zum Buch: In Frankfurt haben wir einige kurze Videoclips zum Buch
gedreht. Einige
Fotos vom Dreh sind hier zu sehen.
Szenen aus dem Arbeitsalltag heißt unser neues Album bei Flickr mit
"on
the job" Fotos von uns beiden
Roadshow zum Buch: Veranstaltungen in 21 Städten in Deutschland,
Österreich und der Schweiz stehen. Details gibt es in unserem
Tourkalender.
Zürich (6.9.); Düsseldorf (16.9.); Dornbirn bei
Bregenz (20.10.); Heidelberg (22.10.); Mannheim (23.10.); Klagenfurt (11.11.);
Hamburg (18.11.); Interlaken (27.11.); München (2.12.);
Reutlingen (13./20./ oder 27.1.); Mainz/Wiesbaden (17.1.);
Heilbronn (19.1.); Mannheim (24.1.); Wien (26.1.); Dortmund
(27.1.); Münster/Osnabrück (31.1.); Stuttgart (7.2.) ; Siegen
(15.2.); Leipzig (15.2.); Berlin (15.2.); Würzburg (21.2.).
Was war noch so los?
Gelesen haben wir unter anderem - mit sehr großem Genuss - das neue Buch
von Tom Peters: "The Little Big Things":
http://bit.ly/9pGCrO
Und noch ein Tipp: Wenn Sie noch näher dabei sein wollen, dann
werden Sie Fan auf unserer Facebook Seite:
http://bit.ly/atxjFC



Förster & Kreuz
Förster & Kreuz sind Bestsellerautoren und
Business Querdenker aus Leidenschaft. Auf allen fünf Kontinenten spüren
sie Unternehmen auf, die so unkonventionell wie erfolgreich sind:
Organisationen, denen sich die besten Talente und Kunden anschließen. Menschen,
die dafür brennen, mit ihrer Arbeit einen echten Unterschied zu machen. Und sie
helfen ihren Lesern und Zuhörern dabei, diese Erkenntnisse für sich selbst zu
übersetzen.

Zu ihren Kunden zählen die Führungsetagen von Unternehmen wie BMW,
Gore, IBM, Mars, Siemens, Swisscom, T-Systems und Xerox. Die beiden
Bestsellerautoren wurden mit dem Wirtschaftsbuchpreis ausgezeichnet.
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